Therapie

Āyurveda betrachtet Körper, Geist und Bewusstsein als untrennbare Einheit. Gesundheit entsteht aus Gleichgewicht, Krankheit aus dessen Störung. Grundlage jeder therapeutischen Massnahme ist daher die bewusste Ausrichtung von Lebensweise, Ernährung und mentaler Balance.

Die ayurvedische Behandlung setzt sich aus Ernährung, Kräutern/Arzneimitteln und weiteren therapeutischen Massnahmen zusammen:

  • 40 % Ernährung
  • 40 % Ernährung + Kräuter/Arzneimittel
  • 20 % Ernährung + Kräuter/Arzneimittel + therapeutische Anwendungen

Ernährungs- und Gesundheitsberatung sind integraler Bestandteil jeder Therapie und begleiten alle weiteren Massnahmen.

Ayurveda-Therapie und Therapieformen

  • Ernährungs- und Gesundheitsberatung
    Individuelle Beratung zu Konstitution, Verdauungskraft, mentaler und emotionaler Balance sowie Lebensrhythmus.
  • Panchakarma
    Die intensivste ayurvedische Reinigungstherapie, traditionell einmal pro Jahr, zur tiefgreifenden Ausleitung und Regeneration.
  • Langhana (Ayurveda-Fasten)
    Kurzzeitfasten von einem Tag bis zu einer Woche. Unterstützend bei saisonalen Übergängen, Stress, energetischen oder mentalen Dysbalancen.
  • Flexible Einzelanwendungen
    Kurze Behandlungen oder einzelne Sitzungen ermöglichen Entlastung und Regulation auch bei begrenzter Zeit.
  • Wellness- & Entspannungsbehandlungen
    Massagen, Ölbehandlungen und regenerierende Anwendungen lösen Spannungen und fördern Energiefluss.
  • Begleitende Therapie bei Beschwerden
    Ayurvedische Anwendungen, Kräuter und Arzneimittel können naturheilkundlich begleitend eingesetzt werden, individuell angepasst.
  • Behandlung von Krankheiten in Indien
    In Indien werden Ayurveda-Anwendungen auch gezielt zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt, basierend auf individueller Konstitution und gezielter therapeutischer Betreuung.

Ayurveda-Morgenroutine (Dinacharya)

Dinacharya bezeichnet die ayurvedische tägliche Morgenroutine (Dina = Tag, Acharya = Praxis/Meister), die Körper, Geist und Energie ausgleichen soll. Sie ist Teil eines ganzheitlichen Lebensstils, neben Ernährung und Fasten, und unterstützt Vitalität, Lebensfreude und innere Balance.

Klassische Elemente einer Morgenroutine:

  • Aufstehen: Vor Sonnenaufgang aufstehen.
  • Wasser trinken: 2–3 Gläser warmes oder abgekochtes Wasser trinken.
  • Körperliche Reinigung: Gesicht, Hände, Füße waschen, Zähne putzen, Zunge reinigen, Ausscheidungen erledigen.
  • Selbstmassage: Körper, Kopf, Ohren und Füße sanft mit Sesamöl massieren oder Trockenmassage.
  • Nasenreinigung: Jala Neti (Nasenspülung) und Nasya (Nasenölung).
  • Yoga, Atemübungen & Meditation: Sanfte Bewegung, Pranayama und Achtsamkeitsübungen.
  • Mundölung (Gandusha): Sesamöl 5–10 Minuten im Mund halten.
  • Körperabreibung (Udvartana): Überschüssiges Öl mit Kichererbsenmehl oder Handtuch abreiben.
  • Baden oder Duschen: Den Körper reinigen.

Grundprinzipien der Ayurveda-Morgenroutine

  • Körperliche Bedürfnisse beachten: Stuhlgang, Urinieren, Gähnen, Atmung oder Hunger nicht unterdrücken.
  • Gedanken und innere Konflikte kontrollieren: Negative Emotionen bewusst regulieren, um geistige Ausgeglichenheit zu fördern.
  • Übermässige Belastungen vermeiden: Langes Wachbleiben, exzessives Lachen oder Geschlechtsverkehr vermeiden, um Energie und Gleichgewicht zu erhalten.

Yoga

Yoga stammt aus der über 10.000 Jahre alten Tantra-Tradition. Archäologische Funde im Indus-Tal zeigen Shiva und Shakti in Form von Parvati.

  • Shiva repräsentiert das höhere Bewusstsein (Purusha) und gilt als Begründer des Yoga. 
  • Parvati, seine erste Schülerin, steht für Wissen, Willen und Umsetzung (Prakriti) und die kosmische Energie (Kundalini Shakti).

Yoga vergrössert und befreit die manifeste Energie. Es verbindet das persönliche Selbst mit dem Universum, löst es von begrenzenden Formen und vereint es mit dem unpersönlichen Selbst, dem höheren Bewusstsein.

(Die obigen Ausführungen zu Shiva und Parvati basieren auf den Lehren von Swami Sivananda)

Yoga Sutras von Patanjali 

(nach Ram Gupta, Meditationlehrer aus Rishikesh)

Yoga chitta-vritti-nirodhah

  • Yoga: das Wort stammt aus dem Sanskrit-Wort Yuj, was zu vereinen, zu verbinden bedeutet
  • Chitta: Geist / Bewusstsein
  • Vritti: Bewegungen / Aktivitäten / Modifikationen
  • Nirodhah: Zurückhalten / Kontrolle / Einschränkung

→ Yoga ist die Beherrschung der Modifikation des Geistes.

Sthira-sukham-asanam

  • Sthira: Stabilität / Festigkeit
  • Sukham: Leichtigkeit / Komfort / Behaglichkeit
  • Asanam: Sitzhaltung / Sitzposition

→ Die richtige Sitzhaltung ermöglicht Stabilität und Bequemlichkeit.

Tato dvandvanabhighatah

  • Tato: dann / daraufhin
  • Dvandva: Paare / Gegensätze
  • Anabhighatah: unberührt / unbeeinträchtigt

→ Man bleibt unbeeinträchtigt von den Paaren der Gegensätze.

Tasmin sati shvasa-prashvasayor gati-vicchedah pranayama

  • Tasmin: in diesem
  • Sati: bestehend, vorhanden
  • Svasa: Einatmung, Prashvasa: Ausatmung
  • Gati: Bewegung
  • Vicchedah: Kontrolle, Regulation
  • Pranayama: Regulierung von Prana

→ Pranayama bedeutet die Regulierung von Prana in einer sitzenden Haltung, der Atemfluss wird nach innen und aussen reguliert.

Desa-bandhas cittasya dharna

  • Desa: Ort
  • Bandha: Bindung, Festigkeit
  • Cittasya: des Geistes
  • Dharna: Konzentration / Fixierung

→ Wenn der Geist an einem Objekt stabil fixiert bleibt, entsteht Konzentration.

Tatra pratyayaikatanata dhyanam

  • Tatra: dabei
  • Pratyaya: Wissen
  • Ekatana: Einheit
  • Dhyanam: Meditation

→ Wenn das Bewusstsein unverändert beim Objekt verweilt, entsteht Meditation. Die Transformation von Dharna zu Dhyanam fördert Stabilität und Vertiefung des mentalen Zustands.

Hauptwege des Yoga

  • Karma Yoga: Selbstloses Handeln
  • Jnana Yoga: Selbsterkenntnis durch Wissen
  • Bhakti Yoga: Hingabe und Liebe
  • Raja Yoga: Geistige Disziplin und Meditation

Ashtanga Yoga – Die acht Glieder

Hatha Yoga

Meditation

Yoga

Yoga, wie wir es kennen, stammt aus der über 10.000 Jahre alten Tradition des Tantra. Archäologische Funde im Indus-Tal im heutigen Pakistan zeigen Darstellungen von Shiva und Shakti in Form von Parvati.

Shiva repräsentiert das höhere Bewusstsein und wird in der Samkhya-Philosophie als Purusha bezeichnet. Er gilt als der Gründer von Yoga.

Parvati, seine erste Schülerin, repräsentiert das höhere Wissen, den Willen und dessen Umsetzung. In der Samkhya-Philosophie wird sie als Prakriti beschrieben. Sie ist verantwortlich für alle Schöpfungen und die kosmische Energie, die als Kundalini Shakti in allen Wesen bekannt ist. Parvati ist die Mutter des Universums, da sie die Verantwortung für die kosmische Energie trägt.

Durch ihre Liebe und ihr Mitgefühl für ihre Kinder teilt sie ihr Wissen über Erleuchtung und die Befreiung des Selbst in Form von Tantra (Expansion oder Befreiung).

Yoga ist die Wissenschaft über die Vergrösserung und Befreiung der manifesten Energie. Im tantrischen Kontext bedeutet dies, dass das persönliche Selbst tief mit dem Universum und dessen kosmischer Energie verbunden ist. Wenn es sich von den begrenzenden Formen und Namen löst, vereint es sich mit dem unpersönlichen Selbst, dem höheren Bewusstsein, und erfährt eine Erweiterung und Befreiung der Energie. Dies führt zur Erleuchtung, bei der das persönliche Selbst seine individuelle Identität aufgibt und vollständig mit dem unpersönlichen Selbst verschmilzt.

Hauptwege des Yoga

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Praktiken des Yoga in verschiedene Richtungen entwickelt, die als die vier Hauptwege des 

Yoga bekannt sind: 

  • Karma Yoga: selbstloses Handeln und Pflichterfüllung ohne Anhaftung an Ergebnisse
  • Jnana Yoga: Selbsterkenntnis durch intellektuelle Untersuchung
  • Bhakti Yoga: Hingabe durch Liebe, Verehrung und Dienst am Göttlichen
  • Raja Yoga: geistige Disziplin und Meditation zur Kontrolle des Geistes

Karma Yoga, Jnana Yoga, Bhakti Yoga und Raja Yoga. Diese Wege bilden eine umfassende Methodik für die spirituelle Entwicklung und bieten jedem Suchenden einen individuellen Ansatz zur Selbstverwirklichung.

Karma lehrt die Hingabe an die Handlungen und die Pflichterfüllung ohne Anhaftung an die Ergebnisse. Jnana betont die Erkenntnis des Selbst durch intellektuelle Untersuchung und Selbsterkenntnis. Bhakti betont die Hingabe an Gott oder das Göttliche durch Liebe, Verehrung und Dienst. Raja, auch bekannt als der königliche Pfad, konzentriert sich auf die Kontrolle des Geistes durch Meditation und geistige Disziplin.

Man kann sich diese Wege vorstellen wie die Zweige eines Baumes, der aus den gemeinsamen Wurzeln des Yoga wächst. Ähnlich einem Banyanbaum, dessen Zweige sich aus den Wurzeln entwickeln und wiederum neue Wurzeln bilden, bietet jeder Pfad des Yoga einen einzigartigen Weg zur Erleuchtung, während sie alle aus derselben ursprünglichen Quelle hervorgehen.

Die Synthese der vier Hauptwege des Yoga ermöglicht es dem Suchenden, ein ausgewogenes spirituelles Leben zu führen. Indem man einen Pfad wählt, finden die anderen automatisch ihren Platz und unterstützen die spirituelle Entwicklung des Individuums. Letztendlich ist es der persönliche Weg jedes Einzelnen, der durch die Praktiken des Yoga geformt wird und ihnen ermöglicht, sich dem transzendenten Ziel der Selbstverwirklichung zu nähern.

Patanjali und Raja Yoga

Patanjali, der als Vater des klassischen Yoga gilt, stellt die grundlegenden Prinzipien des Yoga in seinen Yoga Sutras dar. Diese Sutras sind ein wesentlicher Bestandteil des Raja Yoga, auch bekannt als der königliche Pfad des Yoga. Raja Yoga konzentriert sich vor allem auf die Disziplinierung des Geistes durch Meditation und geistige Praxis. Es ist ein integraler Weg zur Selbstverwirklichung, der die acht Glieder des Yoga (Ashtanga Yoga) umfasst, die als systematische Methode zur Überwindung des Geistes und der Befreiung des Selbst dienen. Das Ziel des Raja Yoga ist es, den Geist von Ablenkungen zu befreien und zu einem Zustand des inneren Friedens und der Erleuchtung zu gelangen, in dem das individuelle Selbst vollständig mit dem universellen Bewusstsein verschmilzt.

YOGA CHITTA-VRITTI- NIRODAH

  • YOGA: Das Wort stammt ursprünglich aus dem Sanskrit-Wort YUJ, was zu vereinen, zu verbinden oder zusammenbringen bedeutet.
  • CHITTA: Geist / Bewusstsein
  • VRITTI: Bewegungen / Aktivitäten / Modifikationen
  • NIRODHAH: Zurückhalten / Kontrolle / Einschränkung

Yoga ist die Beherrschung der Modifikation des Geistes. (Definition Yoga)

STHIRA- SUKHAM- ASNANAM    

  • STHIRA: Stabilität / Festigkeit / Festigkeit
  • SUKHAM: Leichtigkeit / Komfort / Behaglichkeit
  • ASANAM: Sitzhaltung / Sitzposition / Sitzübung

Die richtige Sitzhaltung, in der der Einzelne in der Lage ist, stabil und bequem zu bleiben.

TATO DVANDVANABHIGHATAH  

  • TATO: Dann / Daraufhin
  • DVANDVA: Paare / Gegensätze
  • ANABHIGHATAH: Unberührt / unbeeinträchtigt

Als Konsequenz bleibt man unbeeinträchtigt von den Paaren der Gegensätze.

TASIM SATI SVASA- PRASVASAYOR GATI- VICCHEDAH PRANAYAMA

  • TASIM: In diesem
  • SATI: bestehend, vorhanden
  • SVASA: Einatmung (und PRASVASA = Ausatmen)
  • GATI: Bewegung
  • VICCHEDAH: Kontrolle, Regulation
  • PRANAYAMA: Regulierung des Atems/ PRANA

Pranayama bedeutet die Regulierung von Prana. Während man in einer sitzenden Haltung (in diesem bestehend) ist, wird der Atemfluss nach Innen und Aussen reguliert.

DESA-BANDHAS CITTASYA DHARNA

  • DESA: Ort
  • BANDHA: Bindung, Festigkeit
  • CITTASYA: des Geistes
  • DHARNA: Konzentration, Fixierung (wenn der Geist sich stabil in ein Objekt zentriert, sei es in eine äußere günstige Form Gottes oder in eine innere psychische Zentrierung wie das Herz, die Spitze der Nase usw.)

Wenn der Geist an einem bestimmten Punkt oder Objekt fest fixiert in Aufmerksamkeit bleibt, ist es Konzentration.

TATRA PRATYAYAIKATANATA DHYANAM

  • TATRA: Dabei
  • PRATYAYA: Wissen
  • EKATANATA: Einheit
  • DHYANAM: Meditation

Wenn das Wissen das aufkommt unverändert bleibt, ist es Meditation.

Die Transformation von DHARNA zu DHYANAM, wenn das Bewusstsein unverändert mit dem Objekt verweilt, ist ein bedeutendes Konzept im YOGA und in der Meditation. Dies betont die fortschreitende Vertiefung und Stabilität des mentalen Zustands während der Meditationspraxis.

Die YOGA SUTRAS von PATANJALI bieten einen zeitlosen Leitfaden für spirituelle Praxis und persönliche Entwicklung. Durch das Verständnis und die Anwendung dieser Prinzipien können wir nicht nur unser inneres Wachstum fördern, sondern auch Harmonie und Gleichgewicht in unser Leben bringen.

Die 8 Glieder des Yoga (Ashtanga Yoga) 

1. Yama

  • Moralische und ethische Prinzipien oder Einschränkungen.
  • Zurückhaltung 
  • 5 NOT DO`S

I. AHIMSA (Gewaltlosigkeit)

  • Universelle Unschuld oder Verletzung keines Tierwesens!

II. SATYA (Wahrhaftigkeit)

  • Beachtung der Wahrheit!

III. ASTEYA (Nicht-Stehlen)

  • Vermeidung von Diebstahl oder Heimlichkeit!

IV. BRAHMACHARYA (Wandeln im Brahman, auch Zölibat/ Mässigung)

  • Bestehend aus der Reinheit und der Expansion des individuellen Selbst.

V. APARIGRAHA (Nicht-Anhaftung/ Nicht- Ergreifen)

  • Das Prinzip der Desinteresse an materiellen Gütern und emotionalen Bindungen, das zu innerer Freiheit und Ungebundenheit führt.

2. Niyama

  • Moralische Regeln!
  • Beobachtungen oder positive Pflichten
  • 5 DO`s

I. SAUCHA (Sauberkeit, Reinheit)

  • Persönliche Sauberkeit!

II. SANTOSHA (Zufriedenheit)

  • Freude!

III. TAPAS (Askese, Disziplin)

  • Hingabe einschließlich Selbstverleugnung und Selbstdemütigung!

IV. SVADHYAYA (Selbststudium)

  • Kenntnis der gesamten Natur!

V. ISHVARA PRANIDHANA (Hingabe an eine höhere Macht!)

  • Anbetung Gottes!

3. Asana

  • Körperhaltungen oder Posen
  • Entwicklung von körperlicher Stärke, Flexibilität und Gleichgewicht sowie Förderung einer stabilen und bequemen Sitzposition für die Meditation.

4. Pranayama

  • Atem- Energie- Kontrolle oder Regulation
  • Lenkung und Steuerung des Atems, um physisches und mentales Gleichgewicht zu erreichen, Vitalität zu fördern und die Konzentration zu steigern.
  • Regeln der Atmung, drei Arten, nämlich:
  • Rechaka: Exspiration oder Ausatmung.
  • Puraka: Inspiration oder Inhalation.
  • Kumbhaka: Unterdrückung der Atmung, acht Möglichkeiten.

5. Pratyahara

  • Zurückziehen der Sinne
  • Die Sinne auf vielfältige Weise von ihren Befriedigungen abhalten.
  • Lenkung der Aufmerksamkeit nach innen, weg von äußeren Reizen, um auf tiefere Meditationszustände vorzubereiten.

6. Dharana

  • Konzentration
  • Den Geist auf einen einzigen Punkt oder ein Objekt konzentrieren, um mentale Disziplin und Einpünktigkeit zu entwickeln.

7. Dhyana

  • Meditation
  • Entwicklung eines anhaltenden Zustands fokussierter Aufmerksamkeit, der zu einer tiefen meditativen Erfahrung führt.

8. Samadhi

  • Befreiung oder Erleuchtung
  • Erreichen eines Zustands der Vereinigung mit dem Göttlichen, in dem das individuelle Selbst mit dem universellen Bewusstsein verschmilzt.

Hatha Yoga

Hatha Yoga ist ein integraler Teil der Yogatradition und konzentriert sich auf die körperliche Praxis, um den Körper zu stärken und zu reinigen, um den Geist für die Meditation vorzubereiten. „Hatha“ bedeutet „Kraft“ oder „Energie“ und setzt sich aus den Wörtern „Ha“ (Sonne) und „Tha“ (Mond) zusammen, was die Balance zwischen den gegensätzlichen Kräften im Körper symbolisiert.

Die Praxis des Hatha Yoga umfasst:

  • Asanas (Körperhaltungen), die Flexibilität, Kraft und Balance fördern.
  • Pranayama (Atemübungen) zur Regulierung und Stärkung der Lebensenergie (Prana).
  • Reinigungsübungen (Kriyas), um den Körper zu entgiften und den Energiefluss zu verbessern.
  • Meditation und Entspannungstechniken zur Beruhigung des Geistes und zur Förderung des inneren Friedens.

Im Hatha Yoga wird besonderer Wert auf die Verbindung von Körper und Geist gelegt, wobei durch die körperliche Praxis die Energie im Körper ins Fliessen gebracht wird, was zu einer Vertiefung der meditativen Zustände führt. Hatha Yoga ist somit eine Grundlage für die Praxis des Raja Yoga und bietet eine physischen Vorbereitungsweg für tiefere Meditation.

Andere Yoga-Stile und -Richtungen

Yoga bietet eine Vielzahl von Wegen und Praktiken, die es den Menschen ermöglichen, ihre eigene spirituelle Reise zu gestalten. Jede Richtung hat ihren eigenen Fokus, aber alle führen letztlich zur Erkenntnis und zum Erleben der Einheit mit dem Universum. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich viele verschiedene Yoga-Stile und -Richtungen entwickelt, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte und Praktiken haben. Hier sind einige der bekanntesten:

Sivananda Yoga

Ganzheitlicher Ansatz, der Körper, Atem, Meditation und Lebensstil kombiniert, basierend auf 12 klassischen Asanas.

Vinyasa Yoga

Dynamische Form des Yoga, bei der Bewegung und Atem synchronisiert werden.

Ashtanga Yoga

Strukturiertes Yoga, bei dem Atem und Bewegung in einem festen, fließenden Rhythmus vereint werden.

Iyengar Yoga

Betonung auf Präzision und Ausrichtung der Körperhaltungen, oft mit Hilfsmitteln wie Blöcken und Gurten, um die Ausführung zu verbessern.

Meditation

DIe Meditation ist das Wissen zu sehen, ohne Einfluss des Unterbewusstseins. Die gesamte Aufmerksamkeit aller Objekte, Situationen, Beziehungen, Verbindungen werden ausgeblendet und in sich hineingezogen. Diese Achtsamkeit ist ein ununterbrochener Fluss von Selbstbewusstsein in Richtung absoluter Existenz und harmonisiert die gesamte Energie (Bewusstseins-) Kreislauf, um angesammelte Energie- Blockaden auf feinstofflichen Ebenen zu vitalisieren. Meditation ist ein Geschenk, das wir durch unseren Komfort und unsere Egozentrik leider nicht mehr so sehr ehren und pflegen, obwohl es in allen Kulturen dem Menschen ermöglicht hat, ein Wissen zu erlangen, über der Tatsache, dass es ein Echt und Unecht gibt. Meditation verbindet mit dem Wahren- Selbst und vitalisiert Körper und Geist. Meditation aktiviert das Bewusstsein und schenkt dem Leben Liebe. Meditation ermöglicht die Essenz der Seele zu realisieren.

Die Meditation sollte mit einem guten Gewissen praktiziert werden. Es ist ein Moment, in dem wir uns finden und begrüssen. Ein Geschenk, welches uns durch das Leben führt. Wie man es öffnet oder wann man es öffnen möchte, ist jedem selbst überlassen.

Die Erfahrenen Meditierenden raten zu sitzen oder liegen, damit die Wirbelsäule senkrecht im Rücken steht. Dadurch kann sich das Bewusstsein im Zentrum finden. Ob man in einem Schneidersitzt, auf den Knien, auf dem Stuhl, mit den Füssen vor sich gestreckt, sitzt, entscheiden persönliche Inspirationen. Wichtig ist jedoch, dass man sich nicht überschätzt und beginnt zu quälen. Meditation ist kein Wettbewerb und kann nur mit einem geduldigen, klaren und dankbaren Geist realisiert werden. Es wird geraten einen schönen gemütlichen Platz zu suchen. Nicht an einem Platz der viel Lärm, und allgemeinen Ablenkungen neigt. Die Tageszeit sollte bei der Meditation beachtet werden. Die beste Zeit eine Meditation ist während den ruhigen frischen Morgenstunden, vor dem Sonnenaufgang, zu dieser Zeit ist unser Körper und Geist frei von jeglichen Tageseinflüssen und kann sich in der ruhigen Atmosphäre der Morgenstunden sehr gut konzentrieren. Allenfalls sollten wir uns sauber und erfrischt fühlen. Es ist super vorher zu duschen oder Baden, auch nur ein paar Tropfen erfrischendes Wasser im Gesicht reichen aus.

Da wir in der heutigen Zeit individuelle angepasste Tageszeiten leben, kann diese Zeit nicht immer eingehalten werden, deshalb ist es wichtig eine Regelmässigkeit zu pflegen und bei verpasster Meditationszeit, den Zeitpunkt nicht deswegen zu ändern. Deshalb sind routinierte Meditationen wichtig, um eine gut geformte Meditationsgewohnheit zu ermöglichen. Man steht auf, geht zur Arbeit, nimmt zu sich seine Mahlzeiten, und erledigt viele andere Sachen im Alltag und formt somit seine Gewohnheiten. Wenn man regelmässig meditiert, braucht man keine Angst zu haben, zu sagen man sei nicht diszipliniert. Dies ist sehr wichtig bei Beginn der Meditation und scheint auch nicht so schwierig. Die Länge der Meditation ist nicht wichtig, solange man sich Zeit für sein selbst gibt und die Ruhe und Gelassenheit vor den Augen sieht. Man denkt sich immer, man hätte keine Zeit, eine Minute reicht bei Beginn schon, solange man die Meditation regelmässig durchführt. In Indien wird gesagt, dass jeder Mensch das Alter in Minuten, für die Zeit der Meditation anstreben sollte, um ein langes gesundes Leben führen zu können.

Die 8 Klassischen Schritte

1. Den Körper Dehnen

Man beginnt jede Meditation mit einem Aufwärmen, wie auch in anderen Disziplinen ist es wichtig, sich vorzubereiten, damit keine Blockaden während dem Training auftreten, die zu unerwünschten Schmerzen führen.  Ein Aufwärmen besteht aus Dehnübungen. Auch ein paar Minuten oder Sekunden genügen. Wichtige Dehnbereiche sind Rücken und Nacken; Auf beide Seiten biegen, nach vorne und nach hinten lehnen, nach links und rechts drehen. Falls man keine Serie von Übungen machen möchte, helfen auch einfache Übungen im Sitzen.

2. Gerade, Ruhig und Bequem Sitzen

Dann beginnt man mit dem Sitzen. Man sitzt gerade, aufrecht und bequem, mit dem ganzen Gewicht des Körpers gleichmässig verteilt. Die Schwerkraft hält den Körper am Boden fest und man fällt nicht zur Seite oder nach vorn oder nach hinten. Es ist ein sehr einfaches Prinzip und hilft bei der Meditation. Gerade Sitzen bedeutet, dass die Wirbelsäule normal gekurvt im Rücken liegt. Es braucht Zeit um sich in seinem Sitz zu findet und auch fortgeschrittene Arten zu erlernen. Falls man sich im Schneidersitz nicht wohl fühlt, kann man es auch mit einem Stuhl versuchen oder im Liegen.

3. Tagesrückblick

Die ersten paar Minuten, reflektiert man den Alltag und die Aktivitäten, die einem durchs Leben führen und klappert ein wenig mit sich. Dies macht man, um den Geist auf normale Art zu finden und ruhig bewahren. Man sollte sich nicht zu sehr mit angesammelten Emotionen aufhalten, sondern sie natürlich fliessen lassen. Auch eine Frage des Zwecks der spirituellen Verbindung, mit der Meditation, mit einem selbst, hilft der natürlichen Gelassenheit.

4. Körperbewusstsein

Man schliesst die Augen und bringt seine innere Aufmerksamkeit auf seinen Körper. Man erkundigt ihn mit viel Kuriosität. Oftmals benutzt man den Wahrnehmungssinn des Fühlens, den Körper zu fühlen und scannt alle Teile/ Bereiche des Körpers. Es gibt viele verschiedene systematische Vorgehensweisen, die man erlernen kann, wichtig ist das man sich kennenlernt; Als ob man einen Forscher des Körpers ist. Wenn sich diese Körperbewusstheit gut anfühlt, kann man sich auch die gesamte Meditationszeit damit vergnügen. Es baut stress ab, indem der geirrte Geist sich mit der inneren Aufmerksamkeit immer wieder mit dem Körperbewusstsein identifiziert.

5. Atmungsbewusstsein

Atmungsbewusstheit ist der Brennpunkt und die Ankunft der Einleitung in die Meditation. Interessanterweise kann das Atmungsbewusstsein auch die subtile und fortgeschrittene Meditation sein. Aber nur wenn die Aufmerksamkeit der Atmung ermöglicht, die Wurzeln oder den Ursprung der Atmung, durch die subtilen Energien zu finden und sich zu vertiefen. Bei Beginn der Meditation ist es einfacher sich, mit dem Ereignis der Atmung und dem Fluss der eingeatmeten Luft durch die Nasen zu finden. Der Atem sollte natürlich ineinander laufen und ohne grosse Anstrengung kontrolliert werden. Das ein und ausatmen sollte nicht mit grossen Abständen verlaufen. Die Sensation des Atmens, wie er eingeatmet und ausgeatmet wird. Ein ruhiger natürlicher sanfter Fluss von Luft, welcher ein und ausgeatmet wird sollte angestrebt werden. Je ruhiger der Fluss, desto ruhiger der Geist, desto tiefer die Meditation. Die Atmungsbewusstheit ist der wichtigste Teil, um Meditation zu beginnen. Der Rest passiert von sich selbst.

6. Geistes Konzentration

Die Atmungsbewusstheit kann allein auch der Kernpunkt der Meditation sein. Zuerst, bei Beginn, fokussiert man sich auf seinen Körper, dann den Atem auf einen Punkt, zum Beispiel auf die Nasenöffnung. Wenn sich das gemütlich anfühlt, kann man beginnen seine inneren Energiepunkte zu signalisieren. Man beginnt gerne mit dem Herzen. Es gibt viel verschieden Punkte der Konzentration die ausgesucht werden können, jedoch bleibt das Prinzip gleich. Der einfachste Weg in die vertiefte Konzentration zu gelangen ist durch den Atem.

7. Zeugin der Gedanken

Während der Geist fokussiert, bleibt kann man ohne Unterbrechung den Gedanken freien Fuss geben. Man observiert das Meer der Gedanken, mit dem Geist stets fokussiert auf die Aufmerksamkeit. Dies scheint am Anfang schwierig, ist es aber nicht. Man bleibt die neutrale Zeugin der Gedanken Einflüsse, ohne zu vergessen, dass der Geist stets auf den Ort, Punkt, Platz oder das Objekt, wie Atmung fokussiert bleibt.

8. Umgekehrter Prozess

Bei Abschluss der Meditation ist es von Vorteil, den Prozess umzukehren, damit man so wie gekommen auch wieder geht. Dies braucht höchstens 1 Minute oder weniger. Wenn man zum Beispiel auf sein Herzen meditiert, kommt man langsam zurück zu seinem Atem, dann zum ganzen Körper und öffnet die Augen sanft. Dann streckt man langsam seinen Körper und bringt die erhalte Aufmerksamkeit nach draussen mit sich mit.

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